Technik und Apps für Haustiere als Einfallstor: So leicht kommen Hacker an deine Daten

Smarter Futternapf, GPS-Tracker am Halsband, Hunde-Kamera mit Leckerli-Ausgabe: Gadgets und Apps für Haustiere sind längst kein Nischenthema mehr. Was für Tierbesitzer nach Komfort pur klingt, hat aber eine Schattenseite, über die kaum jemand redet. Denn jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, kann auch angegriffen werden. Und Hacker haben längst gemerkt, dass Haustier-Apps oft ziemlich leichte Beute sind.

Was macht Haustier-Apps so anfällig?

Wenn du an Cybersicherheit denkst, kommt dir vermutlich nicht als Erstes der GPS-Tracker deines Hundes in den Sinn. Genau das ist das Problem. Viele Hersteller von Haustier-Gadgets investieren mehr in niedliche App-Designs als in solide Sicherheitsarchitektur. 
Eine Studie hat offenbart: Fast alle der 40 untersuchten Apps und Gadgets haben massive Sicherheits- oder Datenschutzprobleme. Standortdaten, E-Mail-Adressen, WLAN-Passwörter und teilweise sogar Live-Videos direkt aus dem eigenen Wohnzimmer – alles potenziell für Fremde einsehbar. Für Kriminelle ist das quasi der Jackpot.
Mit diesen Informationen lassen sich Phishing-Angriffe starten, Identitäten stehlen oder im schlimmsten Fall sogar Einbrüche planen, weil der GPS-Tracker verrät, wann niemand zu Hause ist.

Nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen installieren

Der einfachste Schritt, den du heute noch umsetzen kannst: Lade Apps ausschließlich aus dem Apple App Store oder dem Google Play Store herunter. Drittanbieter-Stores oder irgendwelche Download-Links aus Foren solltest du meiden.
Bevor du eine App installierst, wirf einen kurzen Blick auf die Bewertungen und die Datenschutzrichtlinie. Das dauert zwei Minuten und kann dir eine Menge Ärger ersparen. 
Wenn eine App für den Futterautomaten plötzlich Zugriff auf deine Kontakte, dein Mikrofon und deine Kamera will, solltest du stutzig werden. Seriöse Entwickler fragen nur die Berechtigungen ab, die sie wirklich brauchen. Und noch etwas: Achte darauf, dass die App fortlaufend Updates bekommt. Eine App, die seit zwei Jahren kein Update mehr gesehen hat, ist ein No-Go. 
Behörden raten deshalb, schon vor dem Kauf eines IoT-Geräts zu prüfen, ob der Hersteller regelmäßige Sicherheitsupdates bereitstellt.

Passwörter: Bitte nicht „Bello123"

Es ist fast schon ein Running Gag in der IT-Sicherheit, aber leider immer noch Realität: Unzählige Menschen nutzen den Namen ihres Haustiers als Passwort. Oder „123456". Oder im schlimmsten Fall ist es beides für sämtliche Konten gleichzeitig. Wenn dann nur ein einziges Konto von dir gehackt wird, stehen dem Angreifer gleich alle Türen offen.
Ein vernünftiges Passwort hat mindestens zwölf Zeichen und besteht aus einem Mix von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Noch besser ist ein Passwort-Manager. Der generiert für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort und du musst dir nur noch ein Master-Passwort merken.
Falls die Haustier-App eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) anbietet, solltest du die unbedingt aktivieren.  Selbst wenn dann jemand dein Passwort ergattert haben sollte, erhält er ohne den zweiten Faktor keinen Zugriff.

Das Heimnetzwerk nicht vergessen

Viele Tierbesitzer unterschätzen, dass ihre Geräte Teil des Heimnetzwerks sind. Ein unsicherer Futterautomat oder eine Kamera mit Standardpasswort kann als Einfallstor dienen, über das Angreifer auf andere Geräte im selben Netzwerk zugreifen. Laptop, Smartphone, Tablet: Alles, was am gleichen Router hängt, ist dann potenziell im Visier.
Deshalb ändere das Standard-Passwort deines Routers und nutze eine WPA3-Verschlüsselung. Wenn dein Router ein separates Gastnetzwerk anbietet, verlege deine IoT-Geräte am besten dorthin. So bleibt dein Hauptnetzwerk geschützt, selbst wenn ein smartes Gerät kompromittiert wird.  Eine weitere sinnvolle Maßnahme: Deaktiviere die UPnP-Funktion (Universal Plug and Play) am Router, damit IoT-Geräte nicht unkontrolliert mit dem Internet kommunizieren.
Es lohnt sich auch, mit einem DNS-Test zu prüfen, ob dein Gerät DNS-Anfragen unverschlüsselt sendet oder ob ein DNS-Leak vorliegt. So erkennst du, ob dein Browser oder dein Netzwerk möglicherweise Informationen über deine Internetnutzung nach außen preisgibt.

Firmware-Updates sind kein Bonus, sondern Pflicht

Nicht nur Apps, sondern auch die Geräte selbst laufen mit einer eigenen Software, der sogenannten Firmware. Hersteller veröffentlichen regelmäßig Updates, die Sicherheitslücken schließen. Daher sollte man diese nicht ignorieren, sonder
Prüfe also regelmäßig, ob es neue Firmware-Versionen für deine Geräte gibt. Bei vielen lässt sich das automatische Aktualisieren einschalten. Und wenn du auf der Support-Seite eines Herstellers feststellst, dass dort seit Ewigkeiten kein Update mehr erschienen ist, solltest du das Gerät kritisch hinterfragen.

Brauchst du wirklich jedes Gadget?

So verlockend das Angebot an Haustier-Tech auch ist: Jedes zusätzliche Gerät im Netzwerk vergrößert die Angriffsfläche. Ein GPS-Tracker ergibt Sinn. Aber eine App, die zählt, wie oft der Hund am Napf war? Da darfst du schon überlegen, ob der Nutzen das Risiko wert ist. Geh bewusst mit deinen Daten um und frag dich bei jedem neuen Gadget, welche Informationen du wirklich teilen möchtest.

Fazit – Die wichtigsten Schutzmaßnahmen

Haustier-Gadgets und - Apps können das Zusammenleben mit deinem Tier deutlich angenehmer machen, keine Frage. Aber nur, wenn du ein paar Grundregeln beachtest: Vertrauenswürdige Apps nutzen, starke Passwörter setzen, 2FA aktivieren, Firmware aktuell halten und das Heimnetzwerk absichern. Wer das beherzigt, kann die smarten Spielereien genießen, ohne Hackern eine Einladung auszusprechen. 
Technik und Apps für Haustiere als Einfallstor: So leicht kommen Hacker an deine Daten
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