Im März hatten wir in Extremadura tagsüber etwa 25 Grad. In Aragón und Katalonien waren es zeitweise nur 14 Grad, nachts sank die Temperatur bis an den Gefrierpunkt. Im August zog es uns nach Galizien, weil die Hitze im Landesinneren und an der Mittelmeerküste für meine Hunde zu viel geworden wäre.
Was ich nach mehreren Monaten mit Hund in Spanien anders plane
Im März hatten wir in Extremadura tagsüber etwa 25 Grad. In Aragón und Katalonien waren es zeitweise nur 14 Grad, nachts sank die Temperatur bis an den Gefrierpunkt. Im August zog es uns nach Galizien, weil die Hitze im Landesinneren und an der Mittelmeerküste für meine Hunde zu viel geworden wäre. Mein Ziel war eigentlich Portugal. Im Januar 2025 bin ich losgefahren. Fast ein Jahr wollte ich mit Ellie und Quentin im Camper durch Europa reisen. Aus einer geplanten Durchreise wurden mehrere Monate in Extremadura, Katalonien, Galizien, Aragón und Navarra.
In den kühleren Monaten passte das Land gut zu uns, im Sommer vor allem der Nordwesten. Wo Hitze, wenig Freilauf und viele Hundebegegnungen zusammenkamen, wurde der Alltag anstrengend.
Seitdem beginnt meine Planung bei meinen Hunden. Erst danach lege ich die Route fest.
Die Einreise beginnt vor der Grenze
Für die Einreise nach Spanien aus einem EU-Land braucht dein Hund einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und den blauen EU-Heimtierausweis. Nach der ersten Tollwutimpfung gelten 21 Tage Wartezeit. Da Welpen frühestens mit zwölf Wochen gegen Tollwut geimpft werden können, ist die Einreise erst mit 15 Wochen möglich.
Vor unserer Abfahrt habe ich Chipnummer und Impfdatum im Heimtierausweis noch einmal abgeglichen. Dabei zählt auch das Ende der Reise, denn die Impfung muss bis zum letzten Reisetag gültig bleiben.
Bei bestimmten Hunden reicht der Blick auf die spanischen Regeln nicht aus. Wer wie wir mit dem Auto über Frankreich fährt, muss auch die Vorschriften des Transitlandes prüfen. Für Hunde, die dort als Listenhunde eingestuft werden, gelten besondere Regeln, die bis zu einem Einreiseverbot reichen können.
Auch in Spanien gelten für bestimmte Hunde besondere Vorschriften. In öffentlichen Bereichen müssen sie einen geeigneten Maulkorb tragen und an einer nicht ausziehbaren Leine unter zwei Metern geführt werden. Regional oder kommunal können weitere Vorgaben hinzukommen.
Was für deine konkrete Route gilt, prüfst du deshalb vor der Abfahrt bei den zuständigen Behörden der Transitländer und am Reiseziel. Vorschriften können sich ändern und regional unterschiedlich sein.
Hitze und Höhenmeter bestimmten unsere Route
In Spanien bestimmte die Temperatur oft, wann und wie lange wir mit den Hunden unterwegs waren. In Extremadura fühlte sich der März schon nach Frühsommer an. Vor den Pyrenäen folgten auf angenehme Tage sehr kalte Nächte im Camper, in denen Ellie ihren Merinomantel tatsächlich brauchte.
Für Extremadura und das südliche Landesinnere würde ich mit Hund eher Frühjahr und Herbst wählen. An der Mittelmeerküste kühlen Wege und Stellplätze im Sommer selbst nach Sonnenuntergang nur langsam ab. Wenn die Nacht nicht abkühlt, merkt man das am nächsten Morgen bei den Hunden genauso wie bei sich selbst.
Im August sind wir deshalb nach Galizien. Das Wetter war feuchter und wechselhafter, meinen beiden ging es dort aber spürbar besser als weiter südlich. Im grünen Norden konnten wir auch in wärmeren Monaten länger unterwegs sein, während im Süden trockener Boden, wenig Schatten und aufgeheizte Wege unsere täglichen Touren bestimmten.
Bei Ellie und Quentin war dabei nicht immer die Temperatur die entscheidende Grenze. Ellie hat eine schlechte Hüfte, Quentin hat sich beide Kreuzbänder gerissen. In den Pyrenäen bestimmte daher vor allem das Höhenprofil, wie weit wir kamen.
Ein Hund verkraftet Wärme an einem ruhigen Tag anders als auf einer längeren Wanderung. Ich schaue heute nicht nur aufs Klima, sondern darauf, was meine beiden unter den jeweiligen Bedingungen gut mitmachen.
Warum ein fester Tagesplan selten hielt
Auch bei passender Reisezeit blieb für uns der Alltag nur bedingt planbar. Auf dem Land begegneten uns viele Wachhunde, andere Hunde begleiteten Nutztiere. In Städten hatten wir häufiger enge Hundebegegnungen. Am wohlsten fühlten wir uns in kleinen Orten, weil wir von dort schneller auf ruhige Wege kamen.
Größere Städte habe ich möglichst unter der Woche angesteuert, am Wochenende wurde es uns dort oft zu voll. Durften meine Hunde irgendwo nicht mit hinein, ist der Besuch ausgefallen. Das ging nur, weil kein Tag so durchgeplant war, dass ich nichts streichen konnte. Meine Hunde bei Wärme im Auto warten zu lassen, kam für mich nie infrage.
Dazu kommen Regeln, die sich von Ort zu Ort unterscheiden. Restaurants und Cafés entscheiden selbst, ob Hunde mit hinein dürfen. Im Nahverkehr gelten je nach Stadt und Anbieter unterschiedliche Bedingungen. An vielen Badestränden sind Hunde während der Saison ausgeschlossen, daneben gibt es freigegebene Abschnitte und ausgewiesene Hundestrände. Verlassen konnte ich mich darauf trotzdem nicht, denn was an einem Strand oder in einem Schutzgebiet galt, war am nächsten Ort anders geregelt.
Ich habe deshalb weniger fest eingeplant und unterwegs entschieden, was an diesem Tag mit den Hunden funktionierte.
Wenn der Weg plötzlich endet
Außerhalb von Städten habe ich mit freilaufenden Hunden und Herdenschutzhunden gerechnet. Mit Ellie habe ich eine Ausbildung an Schafen gemacht und war dafür auf Weiden in Wales und Schottland. Begegnungen mit Weidetieren und arbeitenden Hunden waren mir vertraut. Sobald ich Glöckchen hörte oder Weidetiere sah, kamen Ellie und Quentin an die Leine und wir gingen auf Abstand. War mir eine Situation nicht geheuer, sind wir lieber umgedreht.
Einmal stoppte uns eine Raupenprozession. Die Tiere zogen über die gesamte Breite des Weges, ausweichen konnten wir nicht. Also habe ich meine beiden einzeln hinübergetragen, einen ausgewachsenen Border Collie nach dem anderen. Die Raupen der Pinienprozessionsspinner sind in Spanien je nach Region und Witterung vor allem vom Winter bis ins Frühjahr am Boden unterwegs. Ihre feinen Härchen können bei Hunden schwere Entzündungen an Maul, Pfoten und Augen auslösen. Nach einem Kontakt braucht der Hund sofort tierärztliche Hilfe.
Den Parasitenschutz habe ich schon vor der Abfahrt mit meiner Tierarztpraxis besprochen. Sandmücken können Leishmaniose übertragen, Stechmücken Herzwürmer, dazu kommen Zecken. Welcher Schutz passt, hängt von Hund, Region und Reisezeit ab. Nach irgendeiner Liste aus dem Internet würde ich das nicht entscheiden. Tierkliniken und Notdienste entlang meiner Route hatte ich vorher herausgesucht. Auf dem Land kann die nächste geöffnete Praxis weit entfernt sein.
Was sich unterwegs für uns bewährt hat
Auf engen Wegen gab mir eine kurze Leine mehr Kontrolle, mit mehr Platz nutzte ich eine verstellbare Leine. So hatten Ellie und Quentin etwas Bewegungsraum, auch wenn wegen Weidetieren oder Leinenpflicht kein Freilauf möglich war. Ein gut sitzender Maulkorb gehörte ebenfalls ins Gepäck.
Wasser hatte ich auf Fahrten und Ausflügen immer dabei. In Spanien habe ich es meist im Supermarkt gekauft, weil das Wasser, das ich unterwegs aus Leitungen, an Stellplätzen oder aus Brunnen bekam, für mich teilweise stark nach Chlor schmeckte.
Auch beim Futter wollte ich unterwegs möglichst wenig improvisieren. Einige Wochen vor der Abfahrt habe ich Ellie und Quentin auf ein Futter umgestellt, das ich in den meisten Supermärkten nachkaufen konnte. So blieb das Futter über mehrere Länder gleich, ohne dass ich säckeweise Vorrat im Camper mitnehmen musste.
Im Camper hatten Ellie und Quentin keine klassischen Hundeboxen. Unter dem Bett waren für beide feste Schlafplätze eingebaut, seitlich und nach vorne begrenzt, sodass jeder seinen eigenen geschützten Rückzugsort hatte. Dort haben sie während der Fahrt und nachts gelegen und konnten sich zurückziehen, wenn draußen zu viel los war.
Für uns funktionierte das gut, weil beide diese Plätze bereits kannten und sich nicht erst unterwegs daran gewöhnen mussten. Einen festen Rückzugsort würde ich schon vor der Reise einführen und nicht erst dann, wenn ohnehin viele neue Eindrücke zusammenkommen.
Wann ein Camper oder eine hundefreundliche Unterkunft besser passt
Der Camper gab mir die Freiheit, meine Route an das Wetter und meine Hunde anzupassen. Funktionierte ein Ort für uns nicht, konnten wir weiterfahren. Dafür musste auch der Stellplatz passen. Wichtig waren Schatten, erreichbare Wege für die Hunderunden und möglichst viel Abstand zu den Nachbarn.
Gerade in touristischen Regionen standen die Fahrzeuge teilweise so dicht, dass ungeplante Hundebegegnungen kaum ausblieben. Im Sommer wurde außerdem die Hitze im Camper schnell zum Problem.
Eine Ferienwohnung oder ein Hotel bedeutet weniger Ortswechsel und ein gleichbleibenderes Umfeld. Der Hinweis „Haustiere erlaubt“ beantwortet allerdings kaum eine praktische Frage. Vor der Buchung würde ich klären, wie viele Hunde mitdürfen, welche Zusatzkosten anfallen und ob sie zeitweise allein in der Unterkunft bleiben dürfen. Auch die Lage zählt. Mitten im Ort kann schon die morgendliche Gassirunde deutlich aufwendiger werden als bei einer Unterkunft am Ortsrand.
Für unsere lange Reise überwogen die Vorteile des Campers. Bei einem Hund, der häufige Ortswechsel schlecht verträgt oder viel Ruhe braucht, würde ich dagegen eher eine feste Unterkunft wählen.
Passt Spanien zu euch?
Meine Hunde sind das Laufen an der Leine, lange Fahrten und häufige Ortswechsel gewöhnt. Kleine Städte und ländliche Regionen lagen uns besonders, weil ich dort den Alltag leichter an die beiden anpassen konnte. Einen kühlen Rückzugsort brauchten sie trotzdem, sobald es wärmer wurde.
Mit einem hitzeempfindlichen Hund würde ich die Reise auf die kühleren Monate oder den grünen Norden legen. Braucht dein Hund viel Abstand zu anderen Hunden, können volle Stellplätze und stark besuchte Orte schnell anstrengend werden. Und wenn Freilauf für euch zum Reisealltag gehört, musst du dort, wo Weidetiere, Herdenschutzhunde oder Leinenpflicht ins Spiel kommen, flexibel bleiben.
In Galizien merkte ich, wie viel entspannter unsere Reise wurde, sobald Wetter und Umgebung für Ellie und Quentin stimmten. Die schönsten Tage waren die, an denen ich nichts umplanen musste und wir einfach losgehen konnten, ohne ständig die nächste Hürde im Kopf zu haben.
Spanien hat für uns funktioniert, weil ich Reisezeit und Route an Ellie und Quentin angepasst habe und nicht umgekehrt.
Du willst deine Spanienreise jetzt konkret planen? In meinem Ratgeber zu Spanien mit Hund gehe ich die Reiseplanung deutlich ausführlicher durch, von Einreise und Reisezeit über Hundestrände und Alltag vor Ort bis zu Camping und Wanderungen.
Der Artikel wurde verfasst von Franziska Kaufmann, mitohnehund.de Über Franziska
Franziska lebt seit über drei Jahrzehnten mit Hunden und ist gelernte Tierarzthelferin. 2025 war sie fast ein Jahr mit ihren Border Collies Ellie und Quentin im Camper durch Europa unterwegs, mehrere Monate davon in Spanien. Auf mitohnehund.de schreibt sie über ihre eigenen Erfahrungen beim Reisen und Leben mit Hunden.
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