5 Tipps für einen entspannten Fahrradausflug mit Hund

Wenn es in den Urlaub geht, darf bei vielen Familien der Drahtesel nicht fehlen: Egal, ob gemietet oder von zu Hause mitgenommen – auf zwei Rädern lässt sich die Feriengegend richtig schön erkunden.

Allerdings verzichten viele darauf, wenn sie mit Hund weggefahren sind: Sie machen sich dann Sorgen, dass das Tier vielleicht verhaltensauffällig werden könnte oder körperlich nicht in der Lage ist, mitzuhalten. Wenn überhaupt geht es dann eher auf Wandertour.

Das muss aber nicht sein: Wenn Du deine Tour gut planst und auf die Bedürfnisse des Vierbeiners Rücksicht nimmst, kannst Du mit der gesamten Familie eigentlich immer einen entspannten und tollen Fahrradausflug bestreiten. Im folgenden Artikel findest Du einige Tipps, mit denen das Radeln auch mit Hund zum Kinderspiel wird.

1.  Die Bedürfnisse des Vierbeiners berücksichtigen
Jeder Hund hat andere körperliche und geistige Voraussetzungen: Manche sind wahre Ausdauersportler und hervorragend erzogen – dann haben sie oft auch viel Spaß daran, neben dem Rad mitzulaufen und den Ausflug als Jogging-Einheit zu nutzen.

Für andere Tiere wäre diese Aktivität allerdings eher eine Qual. Dann ist Stress eigentlich vorprogrammiert, oft müsste die Tour dann vorzeitig abgebrochen werden. Deshalb sollten Hunde auf keinen Fall derartigen Sport treiben, wenn sie

  • Welpen oder betagte Senioren sind
  • einer sehr kleinen oder riesigen Rasse angehören
  • Gelenkprobleme haben
  • Herz-Kreislauf-Probleme bekannt sind
  • unter Übergewicht leiden oder
  • einen nicht ganz natürlichen Körperbau, also z.B. sehr kurze Beine, haben.

In diesen Fällen muss der Hund aber nicht in der Ferienwohnung bleiben: Er kann auch gut als Passagier mitgenommen werden.

Die Gesundheit des Hundes sollte bei jedem Ausflug an erster Stelle stehen! Beobachte deinen Hund und überfordere ihn nicht!
2.  Nutze das richtige Fahrrad-Transportmittel
Dafür brauchst Du ein angemessenes Equipment. Auf längeren Touren ist es eigentlich für alle Hunde – egal, ob aktiv oder nicht – ratsam, auch unterwegs einen Rückzugs- und Ruheort anzubieten. Sportliche Betätigung kann einen Hund nämlich sehr schnell auspowern, selbst Tiere, die hervorragend in Schuss sind, müssen sich dann regenerieren.

Hierfür gibt es im Grunde genommen zwei Möglichkeiten:

  • Eine Option für eher kleinere Hunde ist ein spezieller Fahrradkorb, der entweder an der Lenkstange oder am Gepäckträger montiert wird. Das Tier hat dann eine gute Aussicht und wird durch ein Gitter oder einen Anschnallgurt geschützt. Behalte den Korb am Fahrrad stets im Auge, denn nicht selten springen Hunde einfach raus!
  • Deutlich komfortabler sind allerdings Hundefahrradanhänger: Sie bieten dem Vierbeiner sehr viel Platz und ermöglichen auch Nickerchen unterwegs. Als XXL Variante eignen sie sich auch für sehr große und schwere Hunde, weiterhin sind auch gefederte Modelle für maximalen Komfort erhältlich.

Sollte dein Hund neben dem Rad mitlaufen, muss er an vielen Urlaubsorten angeleint sein. Dann besteht die latente Gefahr, dass der Hund sich im Rad verheddert oder versucht, in eine andere Richtung zu rennen. Hiergegen hilft eine Fahrradhalterung für Hunde. Mit ihr hält das Tier immer Abstand zu den Speichen, dank Ruckdämpfer werden Zugversuche abgebremst, wodurch das Verletzungsrisiko sinkt.

Manche Anbieter vor Ort bieten auch Hundezubehör zum Mieten an. Ideal ist es allerdings, es vorher zu kaufen und mitzubringen – so hast Du Gewissheit, dass das Equipment auch zur Größe des Vierbeiners passt. Viele Fahrradanhänger lassen sich dann auch sehr platzsparend zusammengefaltet im Kofferraum verstauen.
3.  Schon früh mit der Vorbereitung beginnen
Wenn der Hund nicht an Radtouren gewöhnt ist, stehen die Chancen, dass es sofort im Urlaub klappt, leider sehr schlecht. Das bedeutet, dass Du schon sehr früh – also Wochen oder sogar Monate vor dem ersten Ausflug – damit beginnen musst, dem Tier die Aktivität schmackhaft zu machen.

Dabei ist es sehr wichtig, dass der Hund eine gewisse Erziehung vorweisen kann. Er muss also berechenbar sein und die Grundkommandos drauf haben, denn wenn Du auf dem Drahtesel sitzt, hast Du kaum eine Chance, schnell einzugreifen.

Zweitens muss er auch das Fahrrad an sich und die hundegerechte Zusatzausrüstung kennenlernen. Das geschieht am besten Schritt für Schritt in vertrauter Umgebung:

  • Am Anfang steht dann sozusagen ein “Kennlern-Date” mit dem Drahtesel. Dafür stellst Du das Fahrrad zusammen mit Anhänger oder Korb an einen vertrauten Ort, z.B. das Wohnzimmer, den Garten oder den Hof. Der Hund hat dann alle Zeit der Welt, das für ihn merkwürdige Gefährt etwas zu beschnuppern.
  • Sobald der Vierbeiner etwas Vertrauen gewonnen hat und sich entspannt verhält oder sogar – z.B. mit Hilfe von Leckerli – in den Anhänger gesprungen ist, kannst Du das Rad zum ersten Mal etwas bewegen. Der Hund lernt so die Funktion des Drahtesels.
  • Auf den Sattel schwingen solltest Du dich allerdings erst später. Bei der ersten kleineren Tour musst Du den Hund genau im Blick haben und ihn bei etwaiger Nervosität mit lieben Worten beruhigen. Der erste kleine Ausflug dauert dann auch nur wenige Minuten und geht idealerweise durch vertrautes Terrain, z.B. die übliche Gassiroute.
  • Dies solltest Du dann mehrmals wiederholen. Wenn Du merkst, dass der Hund sich in seiner neuen Rolle als “Beifahrer” oder Passagier sehr wohl fühlt, können langsam auch längere Trips in Erwägung gezogen werden.
4.  Hundegerechte Route
Aus Sicherheitsgründen und zur Vermeidung von Stress für den Hund lohnt es sich außerdem, die Route vorher gut zu planen. Das bedeutet u.a.:

  • Der Wetterbericht sollte milde Verhältnisse ohne viel Regen oder sogar Eis und Schnee voraussagen. Auch sehr heiße Tage sind nichts für Vierbeiner, dann können sie sich die Pfoten verbrennen oder einen Hitzschlag erleiden. Unser Ratschlag: Bei Hitze lieber nicht fahren!
  • Ideal sind spezielle Radwege ohne Autoverkehr. Sehr empfehlenswert ist es dann auch, auf eine Route zu achten, die einen möglichst weichen, ebenen Untergrund aufweist. So wird der Hund im Anhänger nicht unnötig durchgeschüttelt, laufend werden die Gelenke geschont.
  • Auch Rastplätze, auf denen der Hund sich ausruhen oder sich austoben kann, sind eigentlich ein Muss.

Wenn Du im Urlaub bist und den Zielort nicht gut kennst, lohnt es sich, vor dem Ausflug etwas Internetrecherche zu betreiben.

5.  Essen, Trinken & Unterhaltung nicht vergessen
Weiterhin musst Du berücksichtigen, dass eine Radtour für Hunde eine ziemliche Anstrengung darstellt. Die Tiere verbrauchen dann auch deutlich mehr Flüssigkeit als im Haus und verbrennen auch eine Vielzahl an Kalorien.

Damit das Tier ausgeglichen und leistungsfähig bleibt, musst Du also ausreichend Proviant mitnehmen. Das bedeutet nicht nur ausreichend Trinkwasser, sondern auch Hundefutter bzw. Leckerlis. Trockenfutter lässt sich gut in einer Plastikbox mitführen, für Feuchtnahrung lohnen sich eventuell kleinere Dosen mit passgenauen Portionen. Serviert werden können die Mahlzeiten dann in praktischen, kompakten Reisenäpfen.

Weiterhin sollten auch Beschäftigungsmöglichkeiten wie Spielzeug oder Kauknochen nicht fehlen. Auch kuschelige Decken oder Kissen helfen dem Hund, unterwegs entspannt zu bleiben.
6.  Ihr habt alle Zeit der Welt
Und schließlich darfst Du auch nie vergessen, dass eine Radtour der Erholung dienen soll. Ein Ausflug ist also kein Wettrennen, sondern darf – insbesondere im Urlaub – auch gerne mal gemütlicher ablaufen.

Du solltest den Vierbeiner deshalb nicht hetzen: Wenn er etwas mehr Zeit zum Verschnaufen braucht, solltest Du ihm diese einräumen. Sollte der Hund nebenher joggen, muss er das Tempo vorgeben, nicht Du – ansonsten könnten sogar Herz-Kreislauf-Probleme auftreten.

Du siehst also: Wenn Du bereit bist, dich ein wenig auf deinen Vierbeiner einzustellen, kann ein Fahrradausflug auch mit Hund ein tolles und entspanntes Erlebnis werden!

Der Artikel wurde verfasst von
Sven
Sven ist Autor bei www.Hundefreunde24.de und möchte so vielen Hundebesitzern wie möglich dabei helfen für ihren Hund das beste Herrchen der Welt zu sein!

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